E10 floppt. Die Autofahrer verweigern sich, die Mineralölwirtschaft bleibt auf vollen Tanks sitzen und will die Herstellung vorerst stoppen. Doch der neue Agrosprit hat noch weit mehr Zündstoff zu bieten als eine dubiose Preispolitik an den Zapfsäulen und Sorgen um die Lebensdauer des Autos.Schlechte Umweltbilanz
Für die Umwelt ist Agrosprit häufig schlechter als konventioneller Kraftstoff. Seine CO2-Bilanz ist nicht so positiv ist wie vielfach dargestellt. Denn Kraftstoff aus Ackerpflanzen ist nicht klimaneutral. Zwar binden Pflanzen wie Weizen und Zuckerrüben CO2 aus der Luft, der erst bei der Verbrennung im Motor wieder frei wird. Doch bei der Feldarbeit der Landmaschinen, bei der Stickstoffdüngung und der Herstellung von Mineraldünger werden große Mengen an Klimagasen frei. Und bei der Weiterverarbeitung der Ernte zu Ethanol wird nochmals viel Energie benötigt. Daher ist der positive Klimabeitrag von Agrosprit selbst unter optimalen Bedingungen nur gering.
Der Agrarökonom Martin Hofstetter warnt zudem vor den Folgen für die Urwälder: "Zwar dürfen Pflanzen zur Ethanolherstellung laut EU-Richtlinie nicht von frisch gerodeten Urwaldflächen stammen. Das nützt aber nicht viel. Der Flächenbedarf für die Ethanolherstellung ist so riesig, dass nur durch eine weltweite Ausdehnung des Ackerbaus der zusätzliche Bedarf gedeckt werden kann. Es werden indirekt dann doch in Indonesien oder Argentinien Urwälder zerstört werden."